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Deximed: Die neue Medizin-Enzyklopädie im Internet

Im kommenden Jahr kommt mit Deximed eine neue medizinische Wissens-Plattform auf den Markt. Deximed steht für Das deutschsprachige Experten-Informationssystem Medizin. Das multimediale Online-Bildungs- und Informationsangebot richtet sich an die Ärzteschaft und andere Gesundheitsberufe, ein paralleles allgemeinverständliches Angebot berät medizinische Laien zu wichtigen Gesundheitsfragen.

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Deximed ist eine Weiterentwicklung des norwegischen Multimediaprogramms „Norsk Elektronisk Legehåndbok“ (NEL, Norwegisches Elektronisches Arzthandbuch) für den deutschsprachigen Raum. NEL wurde an der Universität Trondheim von dem Allgemeinarzt Professor Terje Johannessen entwickelt. Das Programm wird seit 1999 vom norwegischen Medizinverlag Norsk Helseinformatikk (NHI) herausgegeben und kontinuierlich fortgeschrieben.

NEL

Derzeit umfasst NEL mehr als 10.000 Fachaufsätze, Illustrationen, Fotografien, Animationen und Videos zu Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation. Etwa 4.000 weitere Texte richten sich exklusiv an medizinische Laien. Der Fokus liegt auf der hausärztlichen Betreuung. NEL wird in Norwegen aber auch von Klinikärzten, Angehörigen der Pflegeberufe und weiteren Fachberufen im Gesundheitswesen genutzt. Mehr als 90 Prozent der norwegischen Allgemeinmediziner haben NEL abonniert. 2011 wurde eine dänische Fassung von NEL unter dem Titel Laegehandbogen veröffentlicht, seit 2013 existiert auch eine schwedische Version unter der Bezeichnung Medibas. Für das Jahr 2016 ist die Veröffentlichung von Deximed als deutschsprachiger Ausgabe des Multimediaprogrammes NEL geplant.

Die Grundlage dafür ist ein Kooperationsvertrag zwischen NHI und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), den der Präsident der DEGAM, Professor Ferdinand Gerlach, und Professor Johannessen im März dieses Jahres in Frankfurt/M. unterzeichneten.

Professor Ferdinand Gerlach und professor Terje Johannessen

Gleichzeitig hat NHI Experten für den deutschsprachigen Raum rekrutiert. Als Herausgeber wurde Professor Dr. Günter Ollenschläger benannt, Leiter der Deximed-Redaktion mit Sitz in Freiburg wird Dr. Klaus Reinhardt. Ollenschläger ist Apotheker und Arzt für Innere Medizin. Er ist Hochschullehrer an der Uniklinik Köln und Chefredakteur der Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen (ZEFQ). Von 1995 bis 2014 leitete er das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Reinhardt ist ebenfalls Arzt, zudem hat er Germanistik, Philosophie und Soziologie studiert. Er ist Autor von verschiedenen Medizinpublikationen; seit 1994 hat er als Lektor für den Verlag Hans Huber gearbeitet. Seinen dortigen Posten gibt er nun auf, um den Aufbau von Deximed zu verantworten.

Professor Günter Ollenschläger und professor Terje Johannessen
Dr. Klaus Reinhardt

Im Zeitalter des Internets gibt es eine ungefilterte Flut an medizinischen Informationen – oft ist nicht zu erkennen, ob die Informationen auch zutreffen. „Deximed ist eine Wette darauf, dass Ärzte, Kliniken und Gesundheitsorganisationen bereit sind, in gute und unabhängige medizinische Informationen zu investieren“, erklärte Reinhardt.

„Über Deximed werden wir ausschließlich relevante, zuverlässige und evidenzbasierte medizinische Informationen für alle Angehörigen des Gesundheitswesens, als auch für Patienten liefern“, ergänzte Ollenschläger. Mit NHI habe man einen erfahrenen Partner gefunden, betonte der künftige Herausgeber der neuen Enzyklopädie für Gesundheitsinformationen. Insbesondere die Tatsache, dass der Verlag vergleichbare Angebote bereits in Norwegen, Schweden und Dänemark entwickelt und verbreitet hat, sei für den Aufbau von Deximed äußerst hilfreich.

Die erfolgreiche Arbeit von Deximed wird auf einer engen Kooperation zwischen den deutschen und skandinavischen Redaktionen beruhen, wobei die norwegischen Partner neue internationale medizinische Erkenntnisse verarbeiten, während der deutsche Herausgeber, die Redaktion und externe Fachgutachter sie auf ihre Tauglichkeit für die medizinische Praxis und die Übereinstimmung mit Leitlinien in den deutschsprachigen Ländern überprüfen werden.

Professor Terje Johannessen, Chef von NHI und Herausgeber von NEL, zeigte sich zufrieden mit dem deutschen Expertenteam: „Wir sind stolz darauf, zwei solch herausragende Redakteure wie Dr. Reinhardt und Professor Ollenschläger für unser Projekt gewonnen zu haben. Beide verfügen über eine große Expertise und sind zudem hervorragend vernetzt.“ Dies seien beste Voraussetzungen, um sich auf dem deutschsprachigen Markt erfolgreich zu positionieren.